Loading
This website or its third party tools use cookies, which are necessary to its functioning and required to achieve the purposes illustrated in the cookie policy. If you want to know more or withdraw your consent to all or some of the cookies, please refer to the cookie policy. By closing this banner you agree to the use of cookies.

Mario Draghi: Rätsel oder Methode?

Markus Krienkes Rezension von "L'enigma Draghi" von Marco Cecchini

Im Schlussteil seines sehr detail- und kenntnisreichen Buches über Mario Draghi – die deutsche Übersetzung ist übrigens in Vorbereitung – überlegt Marco Cecchini, ob Draghi trotz seiner mehr-fach geäußerten Überzeugung, kein Mann der politique politicienne und deswegen besser zum Amt des Staatspräsidenten geeignet zu sein, den Hilferuf seiner Nation in einer so schwierigen Situation wie der Corona-Pandemie ablehnen könnte. Am 2. Februar hat sich dieser Hilferuf mit der Presse-konferenz Sergio Mattarellas konkretisiert. Wer das gut geschriebene und fesselnde Buch bis dahin gelesen hat, kennt Draghi soweit, dass er mit der Prophezeiung Cecchinis übereinkommt, dass er – wie in den 1990er Jahren als Generaldirektor des Finanzministeriums – nun als Regierungschef die italienische Politik nach Europa zurückbringen wird. Und wie in den 2010er Jahren für ihn als Präsident der Europäischen Zentralbank die Rettung Italiens unmittelbar mit der Rettung Europas zusammenhing und er diese nicht durch italienische Sonderprogramme, sondern durch europäische Geldpolitik vollzog, so wird nun sein Programm lauten – auch dies lernt man aus der Lektüre dieses spannenden Buches –, durch rationale, sich an europäischen Kriterien ausrichtende Verwaltung des Recovery Fund Italien aus der Covid-Krise herauszuführen.

Marco Cecchini stellt in seinem Buch die Figur Mario Draghis in seinen vielschichtigen Facetten und in einer sorgfältigen Verknüpfung mit der finanzpolitischen Situation Italiens und Europas vor. Er will den Menschen Draghi hinter seinen unbestreitbaren Leistungen verstehen: Ein großer Europäer ganz anderer – pragmatischer, rationaler – Art, der zeigt, dass die geldpolitische und monetäre Konstruktion Europas keineswegs eine Sackgasse darstellt, sondern dass sich Europa gerade auch in dieser Hinsicht bewährt. Für viele ist dies ein „Rätsel“, für Draghi ist es dagegen „Methode“!

Die vollständige Buchbesprechung finden Sie weiter unten.

Download

Buchbesprechung