Gibt es in Deutschland und Italien ein kollektives Gedächtnis an Personen der Zeitgeschichte, die sich in der Kriminalitätsbekämpfung hervorgetan haben? Gibt es gemeinsame Helden des Rechts? Das würde ein vergleichbares Unrechtsbewusstsein voraussetzen, von dem nicht in jedem Fall ausgegangen werden kann.
Die Geschichte beginnt mit der echten Entrüstung einer Italienerin neapolitanischer Herkunft, die in Frankfurt-Sachsenhausen vis-a-vis einer Gaststätte wohnt, die ihr bislang kaum aufgefallen war. Ein neuer Inhaber zieht in die Gaststätte, verwandelt sie in eine Pizzeria und nennt das Lokal: „Falcone & Borsellino“. Über den Schriftzug sind Einschusslöcher abgebildet, im Lokal, neben einem großen Bild der beiden Staatsanwälte, auch ein Bild von Marlon Brando als Pate in dem gleichnamigen Film. Die an der Eingangstür hängende Speisekarte benennt auch Pizze mit den Namen der Staatsanwälte (man achte auch hier auf die Einschusslöcher, die offensichtlich das „Logo“ der Pizzeria bilden).
Wer sich für den Fall und seine medialen Auswirkungen interessiert, dem sei der Beitrag von Rodolfo Dolce, „Giovanni Falcone, ein Held beider Welten?“ im Sammelband „Europas Baustellen. Deutsch-Italienische Re-Konstruktionen“, Herausgegeben von Christiane Liermann Traniello im Villa Vigoni Editore |-Verlag, empfohlen.
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Dolce Lauda, Mandantenbrief für den deutsch-italienischen Rechtsverkehr



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